| ReiserFS - Ein Journaling Filesystem | |||||||||||||||||||||
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Balancierte Mehrwegbäume (B*-Trees) beschleunigen das Auffinden einer Datei im Verzeichnis. Bei ext2 liegen die Dateien quasi in einer Kette, ein Eintrag hinter dem anderen. Bei B-Trees Systemen liegt eine baumartige Struktur zugrunde. Dieses Feature dient eigentlich nur der Performance. Um große Bewegungen des Festplattenkopfes zu vermeiden, werden die Daten in der Nähe ihrer Verweise und Verzeichniseinträgen angelegt. Auch dieses Feature erhöht die Performance des Filesystems. Nun gut, diese beiden Punkte sind für den kleinen Linuxer eher unbedeutend, kommen wir zum wichtigsten Feature: Journaling Filesystem. Ein Journaling Filesystem notiert in einem "Journal", welche Dateien zur Zeit bearbeitet werden. Zudem behalten die alten Daten solange ihre Gültigkeit, bis der Bearbeitungsvorgang vollständig durchgeführt wurde. Im Falle eines Systemausfalls brauchen nur die betroffenen Dateien (die vor dem Ausfall geöffneten Dateien) überprüft und evtl. repariert werden. Bei ext2 muß nach einem Ausfall jede Datei überprüft werden, und das kann bei großen Platten schon mal eine Weile dauern. Bei meinen Server (den ich täglich ein- und ausschalte) dauerte ein Check von ext2 einer 12GB Partition länger als 15 min (Pentium 60), mit Reiser FS dauerte es 15 sek. Und da Linux (besser ext2) nach 20 Starts die Platte überprüft, bringt hier Reiser FS einen großen Vorteil. Ich halte Journaling Filesystem für den größten Vorteil von Reiser FS und denke, dass in Zukunft alle Filesysteme ein Journal haben werden. Auch bei ext2 ging die Entwicklung weiter zu ext3, und dieses wurde auch ein Journaling File System. Desweitern haben IBM und SGI angekündigt, ihre eigenen Journaling Filesysteme (unter UNIX gibt es sowas schon länger) auf Linux zu portieren. Aber Reiser FS ist am weitesten fortgeschritten und schon einsatzbereit. Installation von Reiserfs
root@sonne> cd /usr/src/linux root@sonne> gunzip linux-2.2.16-reiserfs-3.5.16-patch.gz root@sonne> patch -p1 < linux-2.2.16-reiserfs-3.5.16-patch Nun konfigurierst du den Kernel. Sag `Yes' zum "Prompt for development and/or incomplete code/drivers in Code maturity level options menu". (*) Danach bindest Reiser FS (steht unter Filesystems) fest in den Kernel ein. Danach kompilierst du den Kernel, änderst deinen Bootmanager (vergiß nicht, den alten Kernel auch noch in den Bootmanager - zB. LILO - einzubinden, man weiß ja nie) und startest neu. Im nächsten Schritt werden die Werkzeuge von ReiserFS erzeugt: root@sonne> cd /usr/src/linux/fs/reiserfs/utils root@sonne> mkdir bin root@sonne> make root@sonne> make install Nun kannst du eine Partition mit ReiserFS formatieren (zum Beispiel hdb1) : root@sonne> mkreiserfs /dev/hdb1 Ok geschafft, du hast dein ReiserFS, nutze es! Du kannst ja nun den ultimativen Test machen: Alle ext2-FS entmounten, aber nicht ReiserFS und dann den Reset-Knopf drücken. Beim nächsten Start sollte dein ReiserFS in ein Paar Sekunden repariert sein ;-)Achtung, niemals FSCK auf einer ReiserFS Partition laufen lassen ! Benutze immer reiserfsck ! Werkzeuge zu ReiserFS
Wer weiß, welche Funktion emu esize_reiserfs unpackreiserfs haben, sollte sich mal bei mir melden! Weitere Journaling Filesysteme für Linux
ext3Auch ext2 wird weiterentwickelt, ist aber noch im Betastadium. Hat einen Journal, aber (bisher) keine Binärbäume.
Ist aber abwärtskompatibel zu ext2 und deshalb schnell zu installieren. Du kannst ext2 einfach in ext3 wandeln ! JFSDieses Journaling FS ist von IBM, Unix erprobt und steht unter der GPL (General Public License) XFSAuch SGI hat schon unter UNIX ein Journaling FS gehabt. Dieses ist nun auch auf Linux portiert und unter die GPL
gestellt worden. Quellen und weitere DokusDie Homepage von ReiserFS: http://devlinux.com/projects/reiserfs/ URL: http://www.tuxhausen.de/software_acl_ext.html (*) Aktualisiert: Jörg Hopfe 1.12.2001 | |||||||||||||||||||||
| Autor: Markus Ungermann |